DGNB und IFC erarbeiten gegenseitige Anerkennung von Zertifizierungen nach dem DGNB System und EDGE

Autor: Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen - DGNB e.V.

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V. und die International Finance Corporation (IFC) der Weltbank haben eine intensive Zusammenarbeit vereinbart. Im Rahmen der gemeinsamen Aktivitäten geht es um die Nutzung von Synergien zwischen de
Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V. und die International Finance Corporation (IFC) der Weltbank haben eine intensive Zusammenarbeit vereinbart. Im Rahmen der gemeinsamen Aktivitäten geht es um die Nutzung von Synergien zwischen dem DGNB Zertifizierungssystem und EDGE (Excellence in Design for Greater Efficiency). Die EDGE Zertifizierung des IFC wird weltweit in bisher 130 Ländern angewandt. Der Fokus des Systems liegt insbesondere in Schwellenländern, um hier entsprechende Qualitätsstandards in der gebauten Umwelt zu verankern. In den kommenden Monaten werden beide Organisationen im Rahmen einer gemeinsamen Pilotphase erarbeiten, wie die Anerkennung der Zertifizierungsergebnisse im jeweils anderen System erfolgen kann
„Als DGNB wollen wir mit unserem Wissen und unseren Erfahrungen dazu beitragen, dass weltweit nachhaltige und damit bessere Gebäude gebaut werden“, sagt Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB. „Unser Zertifikat dient dabei als Planungstool und als unabhängige Verifikation der geplanten und gebauten Qualität. In diesem Kontext möchten wir unseren Beitrag zum Wissenstransfer leisten – über eine gegenseitige Anerkennung der einmal geprüften Inhalte zwischen dem DGNB System und dem EDGE Zertifikat.“
 
Hintergrund ist, dass es eine Vielzahl an Zertifizierungssystemen für nachhaltige Gebäude oder Green Buildings auf nationaler wie internationaler Ebene gibt. Diese basieren auf unterschiedlichen methodischen und inhaltlichen Ansätzen und haben individuelle Anforderungen, sowohl bei den Kriterien und den darin formulierten Benchmarks als auch in Bezug auf grundsätzliche Compliance-Vorgaben. Von der durch DGNB und IFC angestrebten gegenseitigen Anerkennung sollen in erster Linie Planer und Bauherren profitieren. „Engagierte Bauherren können damit ihre Leistung einfacher dokumentieren, und der Aufwand der Zertifizierung muss in den relevanten Themen nicht doppelt erfolgen. Dies würde die Gebäude nicht besser machen, sondern verursacht unnötige Extrakosten – Geld, das an anderer Stelle fehlen würde“, so Lemaitre.
 
„Unsere Zusammenarbeit mit der DGNB ist ein wichtiger Meilenstein, denn es ist das erste Mal, dass
 
internationale Green-Building-Standards aufeinander abgestimmt werden – zum Vorteil der Kunden“, sagt Prashant Kapoor, Leiter Green Buildings bei der IFC, einem Teil der Weltbankgruppe. „Gemeinsam können wir den Status Quo unseres gemeinsamen Gegners, der ‚Brown Buildings‘, bekämpfen, indem wir anderen aus dem Green-Building-Sektor die Möglichkeit geben, noch besser zusammenzuarbeiten.“
 
Pilotphase zur Erarbeitung der Parameter für gegenseitige Anerkennung
 
In der anstehenden Pilotphase soll nun erarbeitet werden, wie die Themen, die in beiden Systemen bereits vorhanden sind, noch besser aufeinander abgestimmt werden können. Die Frage, in welchem Ausmaß diese Anerkennung erfolgen kann, soll im Rahmen der Zusammenarbeit bestimmt werden. „Mit unserer Initiative wollen wir den Pionieren des nachhaltigen Bauens aus aller Welt die Möglichkeit geben, von unseren Erfahrungen zu profitieren und das Qualitätsverständnis im Bauen zu beschleunigen. Gleichzeitig sollen sie ihr Engagement noch besser sichtbar machen können, um ihnen einen Wettbewerbsvorteil zu bieten gegenüber Marktteilnehmern, die Aspekte wie Klimaschutz oder Ressourceneffizienz heute noch nicht als zentralen Bestandteil ihrer Gebäudeplanung verankert haben“, sagt Lemaitre.
 
In einem weiteren Schritt der Zusammenarbeit wird in der EDGE Software basierend auf den Inhalten des DGNB Systems eine Reihe von Empfehlungen für die Planung übernommen, die in den Kriterien der EDGE Zertifizierung nicht abgebildet sind. Dazu gehören Themen wie die Innenraumluftqualität, Barrierefreiheit sowie Brandschutz. Auch die Integration der Anforderungen an Baumaterialien hinsichtlich der Vermeidung von Schad- und Risikostoffen zählt dazu. Dies soll dazu beitragen, auf internationaler Ebene weitere Themen zu adressieren, um damit zu einer ganzheitlicheren, qualitäts- und zielorientierten Form der Gebäudeplanung zu kommen.
 
Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V.
 
2007 gegründet, ist die DGNB heute mit rund 1.200 Mitgliedsorganisationen Europas größtes Netzwerk für nachhaltiges Bauen. Ziel des Vereins ist es, Nachhaltigkeit in der Bau- und Immobilienwirtschaft zu fördern und im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit zu verankern. Mit dem DGNB Zertifizierungssystem hat die unabhängige Non-Profit-Organisation ein Planungs- und Optimierungstool zur Bewertung nachhaltiger Gebäude und Quartiere entwickelt, das dabei hilft, die reale Nachhaltigkeit in Bauprojekten zu erhöhen. Dabei fußt das DGNB System auf einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsverständnis, das die Umwelt, den Menschen und die Wirtschaftlichkeit gleichermaßen einbezieht. Über die Fort- und Weiterbildungsplattform DGNB Akademie wurden zudem bereits mehr als 3.000 Personen in über 30 Ländern zu Experten für nachhaltiges Bauen qualifiziert.

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